Sepp Nüssli
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![]() [[Bildunterschrift::Sepp Nüssli auf dem Cover von MX 266]]
© Bastei Lübbe | |
| Name: | Nüssli |
| Vorname: | Josepp |
| Spitzname: | Sepp |
| Geschlecht: | Männlich |
| Haarfarbe: | rot |
| Augenfarbe: | grau |
| Geburtsjahr: | 2500 |
| Herkunft: | Züri |
| Gruppierung: | Kristianer, Nüssli-Sippe, Vatikanischer Geheimdienst |
| Volk: | Mensch |
| Aufenthaltsort: | Pleskawitza |
Sepp Nüssli (* 20. Dezember 2500 in Züri, † 2590 oder 2591), eigentlich Josepp Nüssli, war ein Kleinwüchsiger und angeblich der ehemals härteste Spion der Grauen Eminenzen. (MX 8)
Beschreibung
Sepp Nüssli war etwa 80 cm groß (MX 363), hatte rote Haare, abstehende, an eine Fledermaus erinnernde Spitzohren und einen ausgeprägten Zinken (Nase), auf den der Zwerg Nase stolz gewesen wäre. Sein Gesicht war faltig wie das eines Hundertjährigen, während seine listig blickenden grauen Augen eher zu einem Fünfzehnjährigen gehörten. Er stemmte sich gern mit den Ärmchen in die Seiten und warf sich in eine Hühnerbrust, wenn er sich seiner selbst rühmte. Im Dienst trug er einen schwarzen Umhang und wildlederne Stulpenstiefel. (MX 8) Auf Reisen ergänzte er die Tracht durch einen roten Mantel und eine Pelzmütze, die ihn äußerlich an eine Miniaturausgabe Sankt Niklas' erinnern ließen. (MX 363)
Charakter
Sepp wurde von einem Afterjucken geplagt, das er nur lindern konnte, wenn er etwas stahl. Dafür waren die 164 Geheimtaschen seines Umhangs vorgesehen, in denen sich neben dem Diebesgut auch Dietriche, Pfeffersäckchen, Cinna-Böller, Haarnadeln zum Schlossknacken und allerlei weiterer Krimskrams sammelten. (MX 8, MX 363)
Er war ein außerordentlich begabter Sprachlerner und entwickelte sich im Lauf seiner Reisen zum Omnilinguisten. Er beherrschte neben den vier Sprachen seiner Heimat Suizza auch Fraacisch, Ittalysch, die Sprache der Britanier und das Idiom der Daynen. (MX 121)
Sein großes Vorbild war Jejms Bomb, dessen Geschichten ihm durch die Barden bekannt waren. (HC 7)
Seine Lieblingsflüche waren Gopferdammi und Sterneföifi. (MX 8, MX 363) Er neigte zu Großmäuligkeit und Übertreibung in der eigenen Heldengeschichte, fürchtete sich vor den meisten Bedrohungen aber gleichzeitig zutiefst und überlebte gefährliche Lagen häufig nur durch unverschämtes Glück. (MX 8) Gewalt verabscheute er; das Töten von Lebewesen mit Ausnahme von Stechmücken und Taratzen lehnte er nach Möglichkeit ab. (MX 121)
Geschichte
Kindheit und Jugend
Sepp Nüssli wurde am 20. Dezember 2500 in Züri geboren. (MX 363) Er wuchs in den Ruinen der alten Stadt auf, in der die Menschen den Hut vor ihm lüpften, weil er als Neffe der Grauen Eminenzen galt, und absolvierte später bei seinen Onkeln eine Spionageausbildung, zu der unter anderem ein Psychokurs gehörte. (MX 8, MX 121)
Im Dienst der Grauen Eminenzen
2516 wurde Sepp damit beauftragt, den Tempel der Broglianer in der Nähe von Züri auszuspionieren. Mit unverschämtem Glück gelang es ihm, unbemerkt in die Villa einzudringen; er wurde dort jedoch beim Versuch erwischt, einen güldenen Leuchter aus dem Beratungsraum dreier Hohepriester zu entwenden, und gefangen genommen. In der Gefangenschaft lernte er Matt und Aruula kennen und führte sie in die Goldene Gruft, nachdem die Broglianer IntelliBomben in ihre Köpfe gepflanzt hatten. Hier wurde ihm aufgrund seines Versagens schwere Vorwürfe gemacht und eine zweite IntelliBomb in den Kopf verpflanzt, um ihn zum Broglianer-Tempel zurückzuschicken. Beide Bomben deaktivierten sich allerdings. Im Tempel entfernte er den Trilithium-Kristall aus der Energieversorgung De Broglies und löste so eine verheerende Explosion aus, die die Villa in Schutt und Asche legte. (MX 8)
Im Dienst der Kristianer
Danach verließ Sepp die Grauen Eminenzen und versuchte, sich zu den Dreizehn Inseln durchzuschlagen, dem Heimatland Aruulas, das er für ein Paradies hielt, in dem die Sonne stets schien und das Essen auf den Bäumen wuchs. (MX 8)
Auf dieser Reise arbeitete er 2517 in Münsta als berittener Postbote für die Kristianer, um etwas Geld für den Weg zu verdienen. Seine erste Aufgabe war, eine Nachricht zu Edbald von Baarmen zu bringen, den man in Gefahr wähnte. Leider kam er zu spät; die Burg des Grafen war inzwischen von Orlok besetzt worden. Beim Versuch, den Grafen und seine Tochter zu retten, spielte Sepp eine nicht unerhebliche Rolle und reiste danach zurück nach Münsta. (HC 7) Diese Arbeit als Berittener Postbote gab er 2520 in Kobenhachen auf. (MX 121)
Nachdem er in Kobenhachen eine Affäre mit der Tochter eines Erdaushebers gehabt hatte, war er wieder in den Dienst der Kristianer getreten. Im März 2526 weilte er in Smörebröd, um einem Geistlichen eine Neuinterpretation der 10 Gebote zu übergeben. Als er im Hafen auf Kapitän Ole Rotbaad und die Besatzung der DUOPFA stieß, erwachte in ihm der alte Wunsch, Freibeuter zu werden. Dies wurde noch durch den Anblick der attraktiven Blondyne beflügelt, die auch von ihrer Körpergröße zu ihm zu passen schien. Sepp absolvierte zwei Prüfungen, die Rotbaad von ihm verlangte, damit er Teil seiner Mannschaft werden könnte. Er stahl ein Ei eines Vultuurn und beleidigte Stadtgardisten. Er ahnte nicht, dass ihm die Prüfungen gelangen, weil Blondyne ihm insgeheim half. Seine letzte Prüfung sollte sein, die Kasse eines Geisterschiffes zu stehlen, das in den Hafen der Stadt eingelaufen war. Als sich von dem Schiff Schatten lösten und anfingen, die Städter zu versteinern, flüchtete Sepp. Dabei rettete er seiner Angebeteten noch das Leben, indem er beide unter Wasser im Hafenbecken vor den Schatten verbarg. Dabei entdeckte er, dass im Kiel des Schiffes ein Stein mit der Gravur Mysterium No. 471 steckte. Als das Geisterschiff wieder fortsegelte, verabschiedeten sich Sepp und Blondyne, da Sepp eine Aversion gegen die Seefahrt entwickelt hatte und Blondyne eine Karriere als Freibeuter anstrebte. (MX 266) An die Schatten-Episode in Smörebröd erinnerte er sich später bei einer Tachyonenspur-Analyse durch die Schatten selbst. (MX 272)
Zwischenfall in Kobenhachen
Drei Tage nach seiner Abreise aus Breemen traf Sepp in Kobenhachen auf der Insel Zeeland ein. Im Auftrag von Pabst Viktorius hatte er Pater Peeder, dem Statthalter der Kristianer-Kirche in der Stadt, eine Ladung neuer Bullen zu überbringen. Peeder hielt ihn fälschlich für einen Geistlichen Agenten der Kirche, weshalb Sepp die Tarnung in der Hoffnung auf kostenlose Verpflegung und Unterkunft beibehielt und sich auf Peeders Anfrage einließ, eine in der Asservatenkammer des alten Polizeipräsidiums in Pelle Gyldendals Besitz lagernde Alkøyda-Bombe zu bergen. Als der Kaufmann Rasmus (in Wahrheit ein Daa'mure) Peeder und dessen zwölf Apostel ermordete und Gyldendals Tochter Nonni als Geisel nahm, geriet Sepp in dessen Dienst und musste den Zugang zum unterirdischen Waffenarsenal vorbereiten. (MX 121)
In dieser Lage traf er zufällig auf Matthew Drax und Aruula wieder, die ihrerseits in Kobenhachen die verschwundene WCA-Beobachterin Rosemary McNeil suchten. Gemeinsam mit Drax, dem Buddler Pelle Gyldendal und dem Wirt Fredryk sprengten sie das Waffenlager unter dem Polizeipräsidium und sicherten die Atombombe; Rasmus selbst konnte mit McNeils Laser entkommen. Zum Abschluss machte Drax den als äußerst ungeeignet erachteten Sepp pro forma zum WCA-Agenten für Skandinavien, händigte ihm einen Universal-Translator aus und verzichtete bewusst auf die Übergabe eines Funkgeräts. Sepp blieb in Kobenhachen, um Nonni zu erobern, und verschob seine geplante Auswanderung zu den Dreizehn Inseln. (MX 121)
Im Dienst des Pabstes

2532 wurde er vom Pabst zum Geheimagenten des Vatikanischen Geheimdienstes ernannt. (MX 363)
Im Dezember 2544 reiste Nüssli als Kurier der Kristianer nach Pleskawitza. Er kam am Vorabend seines 44. Geburtstags am 19. Dezember im Kloster des Niklassianer-Ordens an, wo ihn Seine Eminenz im Auftrag der wohlhabenden Familie eines gewissen Algis beauftragte, drei Goldbarren als Lösegeld an den Siebenten Sekretär des Tsaaren zu überbringen. Algis sollte für ein angebliches Verbrechen am Tsaarewytz Mischa verrotten, und der Siebente Sekretär war bereit, gegen das Lösegold die Wachen der Festung Skunsa zu bestechen. (MX 363)
Bevor der Handel durchgeführt wurde, ritt Sepp Richtung Festung Skunsa. In einem Wirtshaus wurden ihm von Iwo und seinen Komplizen wichtige Ausweise geklaut. Ohne Papiere erreichte Sepp die Festung. Auf der Suche nach Iwo wurde ihm auch noch sein Gold geklaut; er wurde niedergeschlagen und in ein Fass gesperrt. Durch seine Bewegungen geriet das Fass ins Rollen und zersplitterte. Sepp wachte einige Zeit später bei Gennadi aus seiner Bewusstlosigkeit auf. Am nächsten Morgen sprach er beim Kommandanten der Festung vor. Dieser jagte ihn fort, da er sich nicht ausweisen konnte. Beim Verlassen erblickte er zufällig Matthew Drax und Aruula, die auf ihrer Reise von Astaana nach Skoothenland ebenfalls in Pleskawitza in Gefangenschaft geraten waren, und befreite sie mit Algis' Hilfe. Diese befreiten ihn wenig später aus der Gefangenschaft von Wanja, als Sepp auf der Suche nach seinen Goldbarren war. Diese fand er in Wanjas Versteck. Nach einigen turbulenten Ereignissen feierten Algis und Tsaar Mischa Verlobung. Weil Heiliger Abend war, erzählte Sepp im Kreise mehr oder weniger andächtig lauschender Zuhörer die Weihnachtsgeschichte. (MX 363)
Tod
Sepp Nüssli starb im Jahr 2590 oder 2591. In seiner Biografie Der Murgatroyd und ich, die er kurz vor seinem Tod diktierte, berichtete er von seiner letzten Begegnung mit Matthew Drax und Aruula im Dezember 2544. Die Biografie wurde von der Nüssli-Sippe aus Scham jahrhundertelang in Suizza in einem Banksafe aufbewahrt. (MX 363)
